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Jahresfahrt des Bürgervereins Karnap nach
Leipzig 18. – 21.Juli 2011
Nach der Abfahrt, am Montag in den frühen
Morgenstunden, unterwegs einige Pausen,
konnten wir am späten Nachmittag im Novotel
in Leipzig einchecken. Das Hotel ist, für
Erkundigungen zu Fuß, günstig gelegen, in
Sichtweite des Hauptbahnhofes,
innenstädtisch in einem alten Gebäude, aber
sehr modern und zweckmäßig ausgestattet,
das Personal äußerst freundlich, alles sehr
sauber.
Unser Veranstalter Herr Mai wies uns
persönlich in´s Programm der kommenden
Tage ein. Danach führte er uns mit einem
Fußmarsch, durch Passagen, auch durch die
vornehme Mädler-Passage mit dem durch
Goethe bekannten „Auerbachskeller“ und um
viele Ecken, zum Abendessen in ein
historisches Restaurant. Auf dem Weg
bekamen wir die ersten Eindrücke von Leipzig.
Unterwegs gingen uns 2 Mitglieder verloren.
Große Aufregung. Sie fanden dann aber später
wieder zu uns und bekamen auch noch ihr
Essen. Einige gingen noch in die Höhe auf das
MDR Hochhaus, mit herrlichem Blick über
Leipzig, den neuen Seen am Horizont das
Erzgebirge in weiter Ferne. Ein Leipziger
Medizinstudent lud uns „Preußen“ zu einem
Gläschen Sekt ein. Auf einmal wurde es auf
der Plattform voll. Man wollte den
Sonnenuntergang erleben. Die ganze Stadt
wurde in goldenes Licht getaucht. Zurück,
ließen wir den Abend, im Hotel mit einem
kühlen Bier ausklingen.
An 2. Tag erkundeten wir, nach ausgiebigem
Frühstück, mit einem Führer, zu Fuß die
Innenstadt. Wir sahen u. A. in der Altstadt die
Thomaskirche, Nikoleikirche
(Wiedervereinigung) Augustplatz, Markt, altes
und neues Rathaus. Nach dem Mittagessen, in
einem alten Fachwerkhaus, ging es mit
unserem Bus zur Stadtrundfahrt. Auch ein
Stopp am Völkerschlachtdenkmal gehörte
dazu. Alles sehr informativ und für uns alle
Interessant, zumal unser Führer das gut
rüberbrachte. Alte aufwändig sanierte
Stuckfassaden und noch einige wenige Häuser
an denen bisher nichts gemacht wurde und
ganz neue Straßenzüge mit modernster
Bebauung. Danach zum Cospudener See, der
durch Flutung eines ehemaligen Braunkohle
Abbaus entstand und nun ein Freizeitrevier ist.
Bei einer Schiffsrundfahrt erklärte uns der
Kapitän den Werdegang des Sees, dabei wurde
uns Kaffee und Kuchen serviert. Abendessen
gab es im Forsthaus Raschwitz. Später im
Hotel, weil es das Wetter hergab, saßen wir
noch zum Schlummertrunk im hinteren
Biergarten zusammen.
Am Mittwoch fuhren wir nach dem Frühstück
zum Panometer, einem stillgelegten Gasometer
und besichtigten das eindrucksvolle Rundbild
„Amazonien“. Wir erlebten mehrere Tag- und
Nachtwechsel im Urwald. Dazu waren
Schaubilder und Filme zu besichtigen. Auch
darüber, wie für das Bild, vorher, aufwändig
Recherchiert wurde.
Nach dem Mittagessen im historischen
Brauhaus Napoleon (er soll dort sein Pferd
untergestellt haben) ging es zum noch aktiven
Tagebau. Dafür mussten etliche Dörfer
weichen und auch die kleine 750-jährige
Emanuskirche, eine Wehrkirche, musste
mittels Schwertransport umgesiedelt werden.
Diese suchten wir in Borna auf. Wir konnten
erleben wie nach dem Abbau die zerwühlte Mondlandschaft wieder renaturiert wird. Am Rand des
Braunkohle- Abbaus war für uns eine Kaffeetafel im Freien aufgebaut und wir konnten den gewaltigen
Maschinen und Förderbändern zusehen. Die Förderbänder liefen über etliche km bis zum riesigen
Kraftwerk Lippendorf in der Ferne mit großen Dampfwolken über den Kühltürmen. Wir besichtigten noch
das Besucherzentrum Zwenkau und konnten sehen wie ein neuer See, der der größte werden soll mit
Wohnhäusern am Wasser, entsteht. Das Auffüllen dauert viele Jahre. Er war bisher erst zur Hälfte voll,
wurde jedoch bereits mit einem Motorschiff im Linienverkehr befahren.
Zum Abendessen ging´s in einen urigen Dorfgasthof. Der Wirt, ein Oldtimerfan, zeigte uns seine Schätze.
Er hatte über Jahre viele alte DDR Autos vor dem verrosten gerettet und in einen fahrbereiten top
Zustand gebracht. Auch einige Trecker, Landmaschinen und LKW und dazu viele alte
Gebrauchsgegenstände, die Kindheitserinnerungen weckten. Nach der Ankunft im Hotel, wurde noch der
Leipziger Hbf. besucht. Das ist ein Kopfbahnhof mit über 20 Gleisen, ehemals von den preußischen und
sächsischen Bahnen in Konkurrenz miteinander gebaut. Jetzt herausgeputzt ein Kaufhaus mit
Gleisanschluss.
Leider verging die Zeit zu schnell. Wir hatten viel gemeinsam erlebt, gesehen und neue Eindrücke
mitgenommen. Alle Teilnehmer waren darum sehr zufrieden und so machten wir uns am 4. Tag, nach
gutem Frühstück, auf die Heimreise. Dabei unterwegs einige Pausen; am Mittag zu einem Autohof an der
Autobahn, ein ehemaliger Bauernhof. Die Scheune dient jetzt als großer Supermarkt und das ehemalige
Wohnhaus mit integriertem Stall, als Restaurant. Am späten Nachmittag lieferte uns unser Fahrer
Christian wieder wohlbehalten in Karnap ab.
K.-F. R.